schlechte Ernte – wenig Öl

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Liebe Freund*innen und Interessierte,

wie jedes Jahr war Christian von Anfang November bis Ende Januar in Griechenland, um die Olivenernte zu unterstützen und unsere Partner*innen zu treffen. Viel ist passiert in den letzten Monaten in Messinien: Die Olivenernte mit all ihren Schwierigkeiten, viel Regen, die Suche nach gutem Olivenöl, Überlegungen zum Umgang mit der sehr mager ausgefallenen Ernte, Schneemann bauen, neue Olivengläser, Gespräche mit Dimitris und Maria über die Oreganoernte.

 

Wieso ist die Olivenernte so mager ausgefallen?

Das hat viele Gründe. Erst einmal tragen die Zweige des Olivenbaums nur alle zwei Jahre Früchte. Dies führt zu den jährlich absehbaren Schwankungen, die wir bereits kennen. Dann hat es im Frühjahr, als die Olivenbäume blühten, viel geregnet, was die Bestäubung behinderte. Da es im August und September erneut ungewöhnliche viel regnete, waren perfekte Voraussetzungen für Olivenfliege und Pilze geschaffen.

So fingen wir an Jannis Oliven grün/gelb zu ernten (im frühen Reifestadium). Doch mussten wir die Ernte immer wieder aufgrund von Regenfällen unterbrechen. Die Oliven reiften weiter und dann, eines morgens auf dem Olivenhain, staunten wir, als wir sahen, dass die Olivenbäume nur noch halb so viele Oliven trugen wie bei unserem letzten Besuch. Durch die Feuchtigkeit konnte sich der Pilz besonders schnell ausbreiten und durch die Erschütterung der Regentropfen, fielen die erkrankten Oliven von den Bäumen. Letzten Endes ist Jannis Olivenölproduktion dieses Jahr weit geringer ausgefallen als vermutet, nämlich um ca. 50% weniger als im vergangenen Jahr. So werden sich dieses Jahr (fast) ausschließlich die Vorbesteller*innen auf das bekannte Olivenöl von Jannis freuen können.

 

Doch erging es vielen Olivenbauern und -bäuerinnen dieses Jahr noch schlechter. Wie z.B. Familie Filopoulos, denen wir dieses Jahr eigentlich Olivenöl abnehmen wollten. Sie haben nur so wenig Olivenöl produziert, dass es das erste Mal seit Jahrzehnten nicht einmal den Jahresbedarf der Familie decken wird.

 

Und was sind die Überlegungen dazu?

Wir möchten den Produzent*innen, dessen Produkte wir jedes Jahr konsumieren, auch in schwierigen Zeiten zur Seite stehen. Wir merken an dieser Stelle, dass unser Versuch, faire Preise zu bezahlen, hier an seine Grenzen kommt. Denn wie sieht ein fairer Preis für jemanden aus, der nichts (oder nur sehr wenig) zu verkaufen hat?

Als Ausgleich für die Ernteausfälle wollen wir deshalb an unsere Olivenölbauern Jannis und Familie Filopoulos spenden. Deshalb planen wir zum Einen eine Olivenölversteigerung mit einem Teil des verbleibenden Öls von Jannis in Leipzig. Für unsere Kund*innen von außerhalb werden wir in Göttingen und Online eine Möglichkeit einrichten, um letzte Kanister und Flaschen zum Soli-Preis zu erwerben. So lange der Vorrat reicht. Nähere Infos dazu folgen in Kürze.

Alle Vorbesteller*innen, die einen Beitrag leisten wollen, können zu den Abholtagen etwas in einen „Soli-Topf“ werfen oder mit dem Betreff: „Soli“ einen Betrag auf unser Bankkonto überweisen.

 

Von wem kommt das Olivenöl für die „ab-Lager-Verkäufe“ und wo kann man es kaufen?

Da die Olivenernte in Griechenland dieses Jahr sehr schlecht ausgefallen ist und keiner in unserem vertrauten Bekanntenkreis unbehandeltes Olivenöl zu verkaufen hatte, haben wir beschlossen, von unserer Partner-Mühle „Agropoly“ kontrolliert biologisch produziertes Olivenöl hinzuzukaufen. Dies ist für uns eine Ausnahme, da wir die Produzent*innen dieses Öls nicht persönlich kennen. Wir haben die besterhältliche Qualität ausgewählt. Dieses Olivenöl wird es, solange der Vorrat reicht, in unseren Partner-Geschäften in Leipzig und in unserem Online-Shop zu kaufen geben.

 

Für alle „ab Lager-Verkäufe“ von Olivenöl erhöhen wir den Preis für dieses Jahr. Dies liegt daran, dass wir zum einen 0,80€/kg mehr für das Bio-zertifizierte Öl der Mühle bezahlt haben als wir normalerweise unseren Produzenten als Fairhandelspreis bieten. Aufgrund der hohen Ernteausfälle sind die Preise der Mühle dieses Jahr besonders hoch. Außerdem fungiert die Mühle als Zwischenhändler, deren Preis eine Marge beinhaltet, die beim Direktkauf von unseren Bauern wegfällt. Zum anderen möchten wir einen kleinen Solidaritätsbeitrag für Jannis Anastasopoulos und Familie Filopoulos einkalkulieren.

Nun haben wir viel über die Olivenernte für das Öl berichtet und möchten nun noch kurz über unsere anderen Produzent*innen schreiben, deren Produkte weiterhin problemlos in Läden und online erhältlich sind.

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Wie geht es den Kalamon Oliven und der Familie Pavlopoulos?

Da Costas und Stavros ihre Olivenbäume frühzeitig mit Pestiziden und Fungiziden geschützt haben, fällt die Ernte der Essoliven nicht so schlecht aus wie die der Öloliven. Dennoch machte ihnen das Wetter zu schaffen. Die Ernte musste immer wieder unterbrochen werden, weil es z. B. häufig schneite, was sehr ungewöhnlich für die Region ist.

In Zukunft wird es die Kalamon Oliven auch in 3kg-Gläsern geben – mit der neuen Lieferung ab Lager erhältlich. Die Gläser sind zwar etwas teurer als die Kanister, können dafür aber verschickt werden und sind einfacher handhabbar.

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Was machen die Feigen und Familie Tserpes?

Die Feigenernte im Sommer verlief problemlos. Wir haben den Preis gesenkt, weil unser Arbeitsaufwand für Abfüllung und Verpackung recht gering ist. Georgios Tserpes betreibt weiterhin seinen kleinen Kaffeeladen mit -rösterei in Messini und freut sich immer über einen Besuch.

 

 

 

 

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Wo ist der Oregano?

Da bisher der Einkaufspreis des Oreganos nicht feststand, hatten wir ihn vorerst nicht zum Verkauf angeboten. Im Gespräch mit Dimitris und Maria, die den Oregano für uns im Sommer in den Bergen geerntet haben, haben wir uns darauf geeinigt, uns nicht nach dem üblichen Marktpreis zu richten. Vielmehr haben wir versucht, einen fairen Preis entsprechend der Arbeitszeit der beiden zu finden. Der neue Preis beträgt 7,00€ für 50g.

Der Oregano ist in diesem Jahr nur sehr grob gerebelt, so behält er länger sein intensives Aroma. Wir empfehlen, ihn bei Verwendung zwischen den Fingern kleinzureiben, damit er dann seinen vollen Geschmack entfaltet. Der Oregano wird ausschließlich direkt von uns verkauft und nicht in Läden angeboten, da die Marge der Läden den Preis noch höher treiben würde.

 

Wir freuen uns euch/Ihnen bald Ort und Datum (vorraussichtlich Mitte/Ende März) für die Abholung der Vorbestellungen und die Ölversteigerung bekannt geben zu können. Noch sind wir mit deren Organisation, Gestaltung neuer Etiketten, Abfüllen und Etikettieren der Ware, Kalkulation und Kostentransparenz, Buchhaltung etc. beschäftigt. Außerdem sind wir dringend auf der Suche nach einer zusätzlichen ca. 20qm großen Lagerfläche, vorzugsweise im Leipziger Westen. Über Hinweise sind wir sehr dankbar.
Liebe Grüße

Christian Tihl und Veronika Kiermeier